Munzar & Schwabenschmalz

Federweißer

Federweißer - süß und süffig


Der junge Wein passt gut zu deftigem Essen

Die Federweißer-Saison ist eröffnet. In Rheinhessen und der Pfalz lief der erste Most des Jahres bereits Mitte August von der Kelter. Es sind insbesondere die Trauben der sehr frühreifen Sorten wie Ortega, Huxelrebe und Siegerrebe, die meist schon reif genug sind, um als erster Federweißer den nahenden Herbst anzukündigen.
Federweißer ist in Gärung befindlicher Traubenmost. Bei der Gärung wird der Fruchtzucker der Trauben durch die Weinhefe in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Im Most befindliche Hefeteilchen werden aufgewirbelt - wie kleine Federn, daher auch der Name. Durch die Kohlensäure hat er einen angenehm prickelnden Geschmack. Doch Achtung: Federweißer hat eine wahrlich berauschende Wirkung.


Schlecht zu transportieren

Da Federweißer noch in der Flasche gärt, ist er auch nicht luftdicht verschlossen, sondern nur mit durchlöcherten Kunststoffkapseln versehen. Er ist also nur stehend zu transportieren. Die schlechte Transportmöglichkeit ist sicher der Grund, dass man ihn früher nur in den Anbaugebieten kannte.
Federweißer hat einen Alkoholgehalt von 4 - 5 %. Er schmeckt zu Beginn der Gärung noch süß und süffig. Je länger der Federweiße steht und damit gärt, desto mehr Traubenzucker verwandelt sich in Alkohol und desto trockener schmeckt er. Er sollte daher rasch getrunken werden. Stellt man Federweißen zu kühl, unterbindet man damit die Gärung und er verliert an Spritzigkeit. Im Kühlschrank ist Federweißer etwa 10 Tage haltbar.


Entschlackende Wirkung

Im Federweißen befinden sich Hefezellen bzw. die von ihnen gebildeten Trübstoffe. Demzufolge sind sie nach Konsum auch im Magen-Darm-Trakt. Sie führen dort neben den Milchsäurebakterien zur Entschlackung. Da Trauben viel Vitamine und Mineralstoffe enthalten und die Hefen bei ihrer Gärtätigkeit unter anderem auch Vitamine synthetisieren, handelt es sich bei Federweißer um ein Gemisch an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in höherer Konzentration. Höher beispielsweise als der entsprechende Traubensaft. Diese Stoffe werden selektiv ins Blut aufgenommen. Maßvolles Genießen ist hier angebracht, damit man von der berauschenden Wirkung nicht überrascht wird: Je nach Körperkonstitution und Gewicht reichen zwei bis drei Viertel Liter Wein vollkommen aus.


Jeder Wein ist einmal Federweißer

Federweißer wird nicht speziell hergestellt, sondern ist ein frühes Produkt aus dem Prozess der Weinherstellung. Deshalb gibt es ihn auch nur im Herbst, kurz nach der Lese. Mit etwas Zeit und der richtigen Lagerung könnte er also noch zu Wein werden. Federweißen gibt es auch in Rot, dann ist er aus roten Trauben. In Südwestdeutschland und der Schweiz heißt der Federweiße übrigens Suser oder Sauser, in Österreich Sturm. Je nach Anbaugebiet gibt es ihn von Anfang September bis Ende Oktober zu kaufen.